Ich möchte den Bericht der Vorsitzenden auf der heutigen
Jahreshauptversammlung etwas aufweiten und zurückblicken auf die letzten
15 Jahre, auf die Jahre, in denen ich Vorsitzende des Heimatvereins sein
durfte. Diese Zeit geht heute zu Ende.
Ich muss Sie allerdings um Nachsicht bitten: Es wird etwas länger
dauern, denn die Jahre waren prall gefüllt und einige Themen sollten
etwas umfangreicher in Erinnerung gerufen werden, denn sie waren
elementar wichtig für unsere Heimatstadt.
Als ich im Jahr 2010 zum ersten Mal hier vor Ihnen stand, habe ich meine
Antrittsrede begonnen mit:
Es sind große Stiefel, in die ich hier steige!
Nun will ich hoffen, dass ich auch darin laufen kann.
Ja, ich fand einen gut funktionierenden, einen wohlgeordneten und engagierten Heimatvereinsvorstand vor und sehr viele interessierte und heimatverbundene Mitglieder. Meine direkten Vorgänger Dr. Paul Leidinger, Rainer A. Krewerth, Franz Bülte und Norbert Funken hatten hervorragende Arbeit geleistet, jeder hatte sich den Problemen seiner Zeit gestellt und segensreich für unsere schöne Stadt Warendorf gewirkt.
Demonstration gegen den Bau einer Feuerwache im Sophienpark
Auch
wir mussten nun nicht nach Themen suchen, die unser Engagement
einforderten. Da kam zuerst unser historischer Sophienpark in Gefahr
(2009), der schöne kleine englische Park, der einst das Sophienstift
umgeben hatte. Hier plante die Stadt den Bau eines Feuerwehrgerätehauses
– das rief nicht nur beim Heimatverein große Empörung hervor. Wir luden
zu einer Mahnwache im Sophienpark ein und die Warendorfer kamen in
Scharen, diskutierten sich die Köpfe heiß und forderten einhellig: Hände
weg von Sophienpark! Trotz eisiger Kälte kamen die Warendorffreunde am
nächsten Samstag wieder zur Mahnwache in den Sophienpark, um für den
Erhalt des schönen Parks zu kämpfen.
Und
dann setzte uns Bürgermeister Walter in Erstaunen. Er kam unserer Bitte
nach, mit ihm im Rathaus zu diskutieren! Die Bürger nahmen kein Blatt
vor den Mund – mit Erfolg! Vom Feuerwehrgerätehaus im Sophienpark wurde
nie wieder gesprochen.
Große Gastronomie direkt am Emssee?
Aber
schnell kam das nächste Thema auf den Tisch (2009): Die Eventgastronomie
im Emspark! Eine riesige Gastronomie mit 120 Plätzen drinnen und 120
Plätzen draußen, dazu ein Sonnendeck, das bis in den See reichen sollte.
Aus der Politik kamen positive Signale, denn so manchem gefiel die Idee,
mit Blick auf den Emssee einen Cappuccino zu schlürfen. Aber kann sich
ein Restaurant hier wirklich tragen, zumal es keine Möglichkeit für
Parkplätze gab - oder ist hier Leerstand vorprogrammiert, der dann mit
einer Disko ausgefüllt wird. Fragen über Fragen, die wir mit vielen
Bürgern an Ort und Stelle diskutierten. Die große Mehrzahl wollte den
Naturschutzbereich des Parks erhalten wissen, um hier Ruhe und Erholung
zu finden. Unsere Forderung war: Eine Gastronomie gehört auf die
Emsinsel, am besten in das historische Bürogebäude der Firma Brinkhaus –
ja, und so scheint es jetzt ja vielleicht zu kommen.
Historische Ansicht der Firma Brinkhaus
Und damit wären wir schon beim nächsten, noch weitaus größeren
Problembereich, der uns viele Jahre lang beschäftigen sollte – die
Emsinsel.
Luftbildaufnahme der Emsinsel mit den Gebäuden der Firma Brinkhaus
1878 hatte Hermann Josef Brinkhaus die Firma H. Brinkhaus direkt am
Emsufer erbaut und wir erlebten 2011 – also nach über 130 Jahren -, dass
die traditionsreiche Weberei ihre Pforten endgültig schließen musste.
Sehr schmerzlich für Warendorf, denn Brinkhaus war viele Jahrzehnte lang
der größte Arbeitgeber der Region gewesen. Das akute Problem war nun:
Wie soll dieses Filetstück am Rande der Altstadt verwertet werden? Darf
hier das kommerzielle Interesse im Vordergrund stehen oder sollten die
Verantwortlichen in Rat und Verwaltung die einmalige Gelegenheit
ergreifen, um Warendorf attraktiver zu machen. Was ist wichtiger für
eine gute Zukunftsentwicklung unserer Stadt?
Die ersten Pläne für die Emsinsel ließen nichts Gutes erahnen. Ein
Architektenwettbewerb brachte drei fast identische Pläne in die
Diskussion und es war unschwer zu erkennen, dass es um reine
Gewinnmaximierung durch dichte Bebauung gehen sollte.
Historische Fassade der Brinkhausfabrik und Pläne zur Neubebauung
Die historischen Fabrikgebäude sollten fast ausnahmslos verschwinden, nur die Fassade des Bürogebäudes blieb erhalten, denn allein sie steht unter Denkmalschutz. An der Straße Zwischen den Emsbrücken, also am Zugang zur historischen Altstadt, sollte die fensterlose, 8m hohe Backsteinwand eines Supermarktes entstehen. Das konnten und wollten wir uns nicht vorstellen!
Garagenhaus mit Pförtnerhäuschen
Schon
seit über 60 Jahren prägte das liebenswerte Pförtnerhäuschen mit dem
dahinter liegenden Bürogebäude und dem sog. Garagenhaus den nördlichen
Stadteingang am Emstor. Von der Straße aus konnte man allerdings nicht
erkennen, dass es sich bei diesem Gebäude um die Garagen für die LKW der
Firma
Brinkhaus handelte - so sehen sie an der Rückseite aus. Der Architekt
Heinrich Bartmann hat diese Wagenhalle so gebaut, dass sie zur
Straßenseite wie ein gemütliches Wohnhaus aussieht. Ihm war es wichtig,
den Stadteingang altstadtgerecht zu gestalten – und das schon 1950, als
man eigentlich andere Sorgen hatte. Ja, Heinrich Bartmann war ein kluger
und weitblickender Architekt, der bis 1948 Stadtbaumeister der Stadt
Münster gewesen war und dem es zu verdanken ist, dass am Prinzipalmarkt
die prachtvollen historischen Häuser wieder aufgebaut wurden. Die Stadt
Warendorf plante nun, ihre Zeitzeugen der 1950er Jahre abzureißen. Der
Heimatverein stellte einen Antrag auf Denkmalschutz, der leider abschlägig
beschieden wurde.
Wir mussten uns also dringend Gedanken machen, wie unsere Stadt
langfristig aussehen soll? Darum lud der Heimatverein alle Bürger zu
einer „Ideenschmiede am Runden Tisch“ ein. Die Bürger brachten viele
gute Ideen mit, die in der immer größer werdenden Runde diskutiert
wurden. Viel Anklang fand der Vorschlag, eine Landesgartenschau nach
Warendorf zu holen, um damit die Industriebrache Brinkhaus naturnah und
mit neuen Attraktionen zu gestalten. Der Heimatverein beantragte die
Bewerbung für eine Landesgartenschau und – oh Wunder – die Politik
stimmte den Plänen für eine LGS im Jahr 2017 zu, nicht zuletzt, weil ein
Sponsor die Kosten für die Machbarkeitsstudie übernahm. Emsige
Vorbereitungen begannen und am 4. Mai 2011 kam die Jury, fuhr erst mit
Kutschen durch den Emspark, wo die LGS stattfinden sollte – vorbei an
der vom Heimatverein gestalteten Blumeninsel – fuhr durch das
Brinkhaus-Gelände und kam dann auf den prall gefüllten Marktplatz, wo
sie von den Warendorfern begeistert und phantasievoll empfangen und
bespaßt wurde. Die Jury hätte gern der Stadt Warendorf den Zuschlag für
die LGS gegeben, doch Bürgermeister Walter wollte die Liegenschaft
Brinkhaus nicht kaufen – damit war das Projekt LGS 2017 für Warendorf
gestorben.
Aber
der Kampf um eine naturnahe, altstadtverträgliche Umgestaltung der
Emsinsel ging weiter. Wie allseits bekannt liegt die Industriebrache
direkt neben der Altstadt wie ein Pfropf im Grüngürtel
um die Stadt. Naheliegend wäre es jetzt, der Natur diese Emsaue zurück
zu geben und sie attraktiv als Erholungsgebiet zu gestalten – welch eine
Verbesserung der Lebensqualität in unserer schönen Stadt. Klaus Ring
gestaltete dazu ein anschauliches Bild, das uns zeigt, wie eine
Renaturierung mit Erhalt des historischen Bürogebäudes und einiger alter
Sheddach-Hallen aussehen könnte. Mit einbezogen hat er schon die „Neue
Ems“, die hier über die Industriebrache geleitet wurde - Sie alle kennen
das Thema zur Genüge. Karl Heinz Elling hatte sehr kluge Pläne
ausgearbeitet, wie die geplante Emsumleitung über das Firmengelände
geführt werden könnte und so zur Finanzierung der Industriebrache hätte
beitragen können, denn der Grunderwerb und alle Baukosten wären von der
Bezirksregierung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie mit 80% gefördert
worden. Das hätte die Stadt dann finanziell sehr entlastet.
Zur Unterstützung dieser Pläne hatte sich der „Arbeitskreis Emsinsel“ gegründet. Viele engagierten Bürger befassten sich intensiv mit dem Thema und diskutierten auf Veranstaltungen, bei Begehungen vor Ort und in vielen Workshops, wie die Umgestaltung der Emsinsel die Attraktivität der Stadt steigern könnte.
Aber Verwaltung und Politik hatten andere Ziele, die Emsinsel sollte
Hochwasserschutz bekommen, um als Baugrund vermarktet zu werden.
Darum wurde die „Neue Ems“ durch den Emspark geleitet – und der Traum
von einer „Emsinsel für Alle“ war ausgeträumt. Ich bin gespannt, wie die
Geschichte zu Ende gehen wird. Eins allerdings ist sicher, wenn diese
„Neue Ems“ verwirklicht wird, werden die Folgekosten noch Generationen
belasten.
Auch die drei Mahnwachen des Heimatvereins vor dem Rathaus konnten kein
Umdenken in der Politik bewirken. Und jetzt werden Sie sehr berechtigt
fragen: Hat sich das Engagement für die Emsinsel denn überhaupt gelohnt?
Die Erfolge bei der Emsumlegung sind sehr überschaulich
und bei der Industriebrache Brinkhaus haben wir wenigsten
erreicht, dass die Garagenhäuser und das typische Pförtnerhäuschen
erhalten bleiben sollen und hoffentlich auch das gesamte Bürogebäude und
einige historische Sheddach-Hallen – sie sind die letzten Spuren der
untergegangenen Textilindustrie. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob
die Stadt die Emsaue durch Investoren zubauen lassen wird. So hat man ja
auch im Ahrtal gehandelt und beim letzten Jahrhunderthochwasser waren
dann die schönen Neubaugebiete als Jahrhundertkatastrophe in den
Nachrichten. Wir beschädigen gerade den klugen Hochwasserschutz, der in
den 1970er Jahren eingerichtet wurde.
Demonstration und Infoveranstaltung des Heimatvereins Warendorf für den
Erhalt des Bürgerhofs
Der Bürgerhof im Schützenpark und das Gelände heute mit Supermarkt
Ja,
und noch einen schmerzlichen Verlust für Warendorf konnten wir nicht
verhindern: Der Bürgerhof, das historische Gesicht am westlichen
Stadteingang, wurde abgerissen und durch einen beliebigen Supermarkt
ersetzt – ja, so kann auch der Stadteingang von Wanne Eikel aussehen -
sehr schade! Mit vielen Bürgern zusammen hat der Heimatverein für den
Erhalt des historischen Bürgerschützenhofs gekämpft – die Geldgier des
Investors aber hat gesiegt.
Der historische Marktplatz Warendorfs im Zentrum der Altstadt
Und noch ein Problemfeld fiel uns vor die Füße: Unser historischer
Marktplatz sollte mit Betonsteinen gepflastert werden. Diesen Kampf um
ein altstadtgerechte Pflaster auf dem Marktplatz haben wir Gott Dank
gewonnen – 5 Jahre hat es gedauert, ehe sich die politisch
Verantwortlichen dazu entschließen konnten, den Marktplatz wieder nach
altem Vorbild mit Natursteinen zu gestalten, damit seine ganze Schönheit
zur Geltung kommt. Er ist die gute Stube unserer Stadt und ein beliebter
Aufenthaltsort der Bürger und der Touristen.
Parallel zu all den Problemfelder hat sich der Heimatverein schon ab
2012 dem Thema „Warendorf, ein bedeutendes Textilzentrum“ zugewandt. Ja,
Warendorf und Freckenhorst waren schon vor Jahrhunderten der Inbegriff
für feinstes Linnen und die Region entwickelte sich später zum
internationalen Zentrum für Inlett und Velours. Die Wichtigkeit dieser
Entwicklung für unsere Stadt ist heute vielfach vergessen - das wurde
bei den Brinkhaus-Diskussionen immer wieder deutlich.
Darum begannen wir 2012 mit einer Textilwerkstatt im Haus
Klosterstraße 7, dem Stammhaus der Firma Brinkhaus. Bei den monatlichen
Treffen konnten wir viel Textilgeschichte aufarbeiten und die alten
Textiler plauderten aus dem Nähkästchen der heimischen Firmen und
brachten Schätze aus ihrem Fundus mit, so wie hier das nahtlose Hemd des
Johann Peter Stoffels aus Freckenhorst.
Das gab uns den Mut, eine große Textilausstellung zu planen. Das
Ausstellungsteam machte sich an die Arbeit und am 6. November 2016
konnte im histori
2. 9. 2012: Die erste Geschichtswerkstatt im Tapetensaal: das nahtlose
Hemd des Johann Peter Stoffels von Röhrs
Vorträge und Diskussionen zur Textilgeschichte Warendorfs
Der letzte Handweber von WAF, gemalt von Elly Grützner
(Leihgabe von Manfred Kampelmann)
Der
Leinenschrank - einst Stolz jeder Hausfrau
Das nahtlose Hemd des Johann Peter Stoffels
Im Bürgermeisterzimmer empfing den Besucher das Portrait des letzten
Warendorfer Handwebers, gemalt von Elli Grützner,
gefolgt von der Erinnerung an die Handweberei mit dem alten
Leinenschrank und dem nahtlosen Hemd des Johann Peter Stoffels. Die
Blütezeit der Inlett-Weberei wurde am Beispiel der Firmen Brinkhaus und
der Firma Zurwieden dargestellt – ja,
Warendorf und Freckenhorst war das bedeutendste Inlett-Zentrum Europas.
Firma H. J. Brinkhaus
Für die lange Tradition der Plüschweber in Freckenhorst konnten wir die
vielseitigen Produkte der weltweit bekannten Veloursweberei Theodor
Kreimer und zeigen der Mohairs-Weberei
Hermann Breede.
Die europaweit bekannte Kammgarnspinnerei Gebrasa aus Sassenberg wurde
im nächsten Raum mit ihrer großen Produktpalette vorgestellt.
Wichtige Arbeitsplätze gab es auch in den Nähereien, wie in der
Schürzenfabrik Dieckhoff und in der Näherei Schnepfe, die elegante
Damenbekleidung mit Pelzen im Hochpreissegment herstellte und in der
Näherei Bruns und Debray,
Die Ausstellung „Kette und Schuss“ mit den vielen Erinnerungen an die
Textilfirmen, die viele Jahre lang zum Wohlstand in unserer Region
beitrugen, stieß auf großes Interesse und brachte uns einen
überwältigenden Besucherzu-strom, nicht zuletzt, weil wir jeden
Sonntagnachmittag Work-shops zu den verschiedenen Firmen anboten.
Wir haben uns aber nicht nur mit Warendorfer Themen befasst.
Gelegentlich blickten wir auch über den Tellerrand unseres Städtchens
hinaus, sind z.B. mit dem Fahrrad von Bildstock zu Bildstock gefahren
und haben uns von Dechant Suwelack all diese Zeugnisse der
Volksfrömmigkeit vergangener Tage erklären lassen.
Madonna von Schwienherr in Velsen
und das Kreuz in Milte
Gern sind wir auch zu unseren Nachbarn „auf Besuch“ gefahren, wie hier
nach Freckenhorst, wo Oberstudiendirektor Gruhn uns die Kostbarkeiten in
der Schatzkammer und im Depot zeigte
oder unser Ziel war Sassenberg, oder Füchtorf oder auch Beckum und
Clarholz oder Rietberg und viele andere schöne Orte der Umgebung.
Besuch in Freckenhorst, Rietberg und bei Firma Tippkötter in Velsen
Spannend
waren auch immer die Betriebsbesichtigungen, wie z.B. bei der Firma
Miele in Warendorf oder bei der Fa. Tippkötter in Velsen oder Firma
Scheffer in Sassenberg.
Einmal im Jahr organisierten Norbert Funken und Wolfgang Reisner die
beliebten Studienreisen in touristisch noch unbekannte historische
Städte, z.B. in die Mark Brandenburg, an den Niederrhein, in die Eifel
und nach Bonn mit Besuch des Kanzlerbungalows oder ins Weserbergland.
Im
Torschreiberhaus fanden viele Jahre lang kleine, aber feine
Ausstellungen statt - zu Weihnachten, zu Ostern und zu Mariä Himmelfahrt
lockten sie zahlreiche Besucher an und weckten liebevolle Erinnerungen
an die eigene Jugend und machten
uns sogar durch Fernsehberichte überregional bekannt.
Gern haben wir das wunderschöne Ambiente im Tapetensaal des Hauses
Klosterstraße 7 genutzt für Vorträge, Konzerte oder das Offene Singen im
Frühling, im Herbst oder zu Weihnachten unter der fachkundigen Leitung
von Heinz Hellmann.
Volle Säle bescherte uns immer wieder die Vorführung des alten Heimatvereinsfilms „Als Warendorf sich wieder machte“, lebendig gemacht durch die spannenden Erinnerungen aus den 1950er Jahren unseres unvergessenen Heimatfreundes Kurt Heinermann.
Geschichte
lebendig halten – das war ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Auf reges
Große Resonanz fanden auch die jährlichen Rundgänge über unseren
Friedhof, bei denen wir an den Gräbern von bedeutenden Persönlichkeiten
an ihr Wirken für die gute Weiterentwicklung der Stadt Warendorf, für
Kultur, Schule und Vereine erinnert haben.
Hier
in der Galerie Friederichs konnten wir am 5. Mai 2024 an Clara Schmidt
und die mutigen Frauen der Frauenliste erinnern, die sich vor genau 100
Jahren hier in Warendorf vier Sitze im Stadtparlament erkämpften und so
zu Pionierinnen für Frauen in der Politik wurden.
Auf
einige Stadtverschönerungsprojekte des Heimatvereins möchte ich noch
hinweisen, z.B. auf die Bänke am Münstertor, die mit Hilfe von Sponsoren
beim Steinmetz Budde entstanden und vom Heimatverein der Stadt übergeben
wurden oder an das Erinnerungsschild am Haus des Heimatvereinsgründers
Wilhelm Zuhorn an der Brünebrede oder die Erinnerungstafel an den
engagierten Heimatfreund Wilhelm Veltman an seinem Haus am Marktplatz.
Es
ist ein besonderer Festtag, wenn der Heimatverein verdiente Bürger mit
der Wilhelm-Zuhorn-Plakette ehren kann.
Am 25. November 2018 wurden in einem Festakt im historischen Rathaus
zwei Warendorfer Persönlichkeiten, die sich Verdienste um die Heimat-
und Kulturpflege in unserer Stadt erworben haben, mit der
Wilhelm-Zuhorn-Plakette ausgezeichnet.
Der Bildhauer Wolfgang Budde stiftete eine Vielzahl von Steinskulpturen,
die dem Warendorfer Stadtbild einen besonderen Reiz verleihen und unsere
vielseitige Geschichte lebendig machen.
Pfarrer
Walter Suwelack rückte durch seinen Einsatz für die Historischen
Bildstöcke und Wegkreuze diese Zeugnisse der Volksfrömmigkeit wieder in
das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Der Heimatverein dankte den
Preisträgern mit der Verleihung der Wilhelm-Zuhorn-Plakette für ihr
vorbildliches bürgerschaftliches Engagement.
Verleihung des Ehrenamtspreises und des Heimatpreises des Landes NRW
Gelegentlich wurde auch die Arbeit des Heimatvereins öffentlich
anerkannt. Zusammen mit den Altstadtfreunden bekamen wir 2011 den
Ehrenamtspreis des Landes NRW für das Konzept des „Dezentralen
Stadtmuseums“, überreicht im ganz großen Rahmen durch die
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Kulturministerin Ute Schäfer
in der Bundeskunsthalle in Bonn.
Ja, es gäbe noch viele Veranstaltungen und Ereignisse, über die ich berichten müsste, aber ich will Ihre Geduld nicht über Gebühr strapazieren. Erwähnen möchte ich nur noch den jährlich zu Weihnachten erscheinenden „Kiepenkerl“ und die „Warendorfer Schriften“ – Sie alle kennen diese Jahresgabe des Heimatvereins. Sie ist eine wahre Fundgrube für Geschichte und Geschichten und wird nicht nur von unseren Mitgliedern gern gelesen, sondern ist auch sehr begehrt in den Bibliotheken der Universitäten, der Schulen und vieler Institutionen.
Ganz
besonders erfolgreich ist unsere Internetseite, die in der ganzen Welt
von durchschnittlich 2.000 Usern am Tag gelesen wird, d.h. unsere
Homepage hat im Monat ca. 60.000 Besucher von nah und fern – und das, wo
wir hier geschichtliche und volkskundliche Beiträge anbieten und nicht
Promis, die stolz ihre Tattoos zeigen.
Und wie Sie auf dem Screenshot sehen, sind hier auch immer die
neuesten Vereinsnachrichten zu finden.
Eine
schon Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte ist unser „Plattdütsker
Kring“ unter der bewährten Leitung von Franz Schulze Nahrup. Ja, lieber
Franz, Euch ist es zu verdanken, dass unser westfälisches Platt lebendig
gehalten wird und vielen Liebhabern mit seiner Urwüchsigkeit und seinem
Witz immer wieder amüsante Stunden bereitet. Davon wird uns der Baas des
Plattdütsken Krinks jetzt wieder eine Kostprobe geben.
Das war der Ritt durch 15 Jahre Heimatvereinsarbeit – allerdings im
Gallopp
und in großen Sprüngen, bei dem viele erwähnenswerte Ereignisse aus
Zeitgründen übersprungen werden mussten.
Ein herzliches Dankeschön auch an alle Heimatfreunde, die durch ihre
Hilfe das Dezentrale Stadtmuseum möglich machen und an alle, die sich
spontan bei Aktionen eingebrachten und die uns immer wieder
unterstützten durch ihre Teilnahme
an Stadtrundgängen, Ausflügen und Friedhofsbegehungen, Vorträgen,
Ausstellungen, Diskussionsrunden und vielem mehr.
Ich hoffe, es war auch für Sie eine bereichernde Zeit!
Herzlichen Dank und Gott schütze Sie und den Heimatverein!
Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am 20.3.2025
in der Galerie Friederichs Warendorf an der Oststraße