Turbulente 15 Jahre im Heimatverein: Rückblick der Vorsitzenden Mechtild Wolff
von Mechtild Wolff (20. 3. 2025)

Ich möchte den Bericht der Vorsitzenden auf der heutigen Jahreshauptversammlung etwas aufweiten und zurückblicken auf die letzten 15 Jahre, auf die Jahre, in denen ich Vorsitzende des Heimatvereins sein durfte. Diese Zeit geht heute zu Ende.

Ich muss Sie allerdings um Nachsicht bitten: Es wird etwas länger dauern, denn die Jahre waren prall gefüllt und einige Themen sollten etwas umfangreicher in Erinnerung gerufen werden, denn sie waren elementar wichtig für unsere Heimatstadt.

 

Als ich im Jahr 2010 zum ersten Mal hier vor Ihnen stand, habe ich meine Antrittsrede begonnen mit:

Es sind große Stiefel, in die ich hier steige!

Nun will ich hoffen, dass ich auch darin laufen kann.

Ja, ich fand einen gut funktionierenden, einen wohlgeordneten und engagierten Heimatvereinsvorstand vor und sehr viele interessierte und heimatverbundene Mitglieder. Meine direkten Vorgänger Dr. Paul Leidinger, Rainer A. Krewerth, Franz Bülte und Norbert Funken hatten hervorragende Arbeit geleistet, jeder hatte sich den Problemen seiner Zeit gestellt und segensreich für unsere schöne Stadt Warendorf gewirkt.

Demonstration gegen den Bau einer Feuerwache im Sophienpark 

Auch wir mussten nun nicht nach Themen suchen, die unser Engagement einforderten. Da kam zuerst unser historischer Sophienpark in Gefahr (2009), der schöne kleine englische Park, der einst das Sophienstift umgeben hatte. Hier plante die Stadt den Bau eines Feuerwehrgerätehauses – das rief nicht nur beim Heimatverein große Empörung hervor. Wir luden zu einer Mahnwache im Sophienpark ein und die Warendorfer kamen in Scharen, diskutierten sich die Köpfe heiß und forderten einhellig: Hände weg von Sophienpark! Trotz eisiger Kälte kamen die Warendorffreunde am nächsten Samstag wieder zur Mahnwache in den Sophienpark, um für den Erhalt des schönen Parks zu kämpfen.

 

 

Und dann setzte uns Bürgermeister Walter in Erstaunen. Er kam unserer Bitte nach, mit ihm im Rathaus zu diskutieren! Die Bürger nahmen kein Blatt vor den Mund – mit Erfolg! Vom Feuerwehrgerätehaus im Sophienpark wurde nie wieder gesprochen.


Große Gastronomie direkt am Emssee?

Aber schnell kam das nächste Thema auf den Tisch (2009): Die Eventgastronomie im Emspark! Eine riesige Gastronomie mit 120 Plätzen drinnen und 120 Plätzen draußen, dazu ein Sonnendeck, das bis in den See reichen sollte. Aus der Politik kamen positive Signale, denn so manchem gefiel die Idee, mit Blick auf den Emssee einen Cappuccino zu schlürfen. Aber kann sich ein Restaurant hier wirklich tragen, zumal es keine Möglichkeit für Parkplätze gab - oder ist hier Leerstand vorprogrammiert, der dann mit einer Disko ausgefüllt wird. Fragen über Fragen, die wir mit vielen Bürgern an Ort und Stelle diskutierten. Die große Mehrzahl wollte den Naturschutzbereich des Parks erhalten wissen, um hier Ruhe und Erholung zu finden. Unsere Forderung war: Eine Gastronomie gehört auf die Emsinsel, am besten in das historische Bürogebäude der Firma Brinkhaus – ja, und so scheint es jetzt ja vielleicht zu kommen.


Historische Ansicht der Firma Brinkhaus

Und damit wären wir schon beim nächsten, noch weitaus größeren Problembereich, der uns viele Jahre lang beschäftigen sollte – die Emsinsel.

2014 Luftbild Brinkhaus
Luftbildaufnahme der Emsinsel mit den Gebäuden der Firma Brinkhaus

 

1878 hatte Hermann Josef Brinkhaus die Firma H. Brinkhaus direkt am Emsufer erbaut und wir erlebten 2011 – also nach über 130 Jahren -, dass die traditionsreiche Weberei ihre Pforten endgültig schließen musste. Sehr schmerzlich für Warendorf, denn Brinkhaus war viele Jahrzehnte lang der größte Arbeitgeber der Region gewesen. Das akute Problem war nun: Wie soll dieses Filetstück am Rande der Altstadt verwertet werden? Darf hier das kommerzielle Interesse im Vordergrund stehen oder sollten die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung die einmalige Gelegenheit ergreifen, um Warendorf attraktiver zu machen. Was ist wichtiger für eine gute Zukunftsentwicklung unserer Stadt?

Die ersten Pläne für die Emsinsel ließen nichts Gutes erahnen. Ein Architektenwettbewerb brachte drei fast identische Pläne in die Diskussion und es war unschwer zu erkennen, dass es um reine Gewinnmaximierung durch dichte Bebauung gehen sollte.


Historische Fassade der Brinkhausfabrik und Pläne zur Neubebauung

 

Die historischen Fabrikgebäude sollten fast ausnahmslos verschwinden, nur die Fassade des Bürogebäudes blieb erhalten, denn allein sie steht unter Denkmalschutz. An der Straße Zwischen den Emsbrücken, also am Zugang zur historischen Altstadt, sollte die fensterlose, 8m hohe Backsteinwand eines Supermarktes entstehen. Das konnten und wollten wir uns nicht vorstellen!


Garagenhaus mit Pförtnerhäuschen

Schon seit über 60 Jahren prägte das liebenswerte Pförtnerhäuschen mit dem dahinter liegenden Bürogebäude und dem sog. Garagenhaus den nördlichen Stadteingang am Emstor. Von der Straße aus konnte man allerdings nicht erkennen, dass es sich bei diesem Gebäude um die Garagen für die LKW der Firma

Brinkhaus handelte - so sehen sie an der Rückseite aus. Der Architekt Heinrich Bartmann hat diese Wagenhalle so gebaut, dass sie zur Straßenseite wie ein gemütliches Wohnhaus aussieht. Ihm war es wichtig, den Stadteingang altstadtgerecht zu gestalten – und das schon 1950, als man eigentlich andere Sorgen hatte. Ja, Heinrich Bartmann war ein kluger und weitblickender Architekt, der bis 1948 Stadtbaumeister der Stadt Münster gewesen war und dem es zu verdanken ist, dass am Prinzipalmarkt die prachtvollen historischen Häuser wieder aufgebaut wurden. Die Stadt Warendorf plante nun, ihre Zeitzeugen der 1950er Jahre abzureißen. Der Heimatverein stellte einen Antrag auf Denkmalschutz, der leider abschlägig beschieden wurde.

Wir mussten uns also dringend Gedanken machen, wie unsere Stadt langfristig aussehen soll? Darum lud der Heimatverein alle Bürger zu einer „Ideenschmiede am Runden Tisch“ ein. Die Bürger brachten viele gute Ideen mit, die in der immer größer werdenden Runde diskutiert wurden. Viel Anklang fand der Vorschlag, eine Landesgartenschau nach Warendorf zu holen, um damit die Industriebrache Brinkhaus naturnah und mit neuen Attraktionen zu gestalten. Der Heimatverein beantragte die Bewerbung für eine Landesgartenschau und – oh Wunder – die Politik stimmte den Plänen für eine LGS im Jahr 2017 zu, nicht zuletzt, weil ein Sponsor die Kosten für die Machbarkeitsstudie übernahm. Emsige Vorbereitungen begannen und am 4. Mai 2011 kam die Jury, fuhr erst mit Kutschen durch den Emspark, wo die LGS stattfinden sollte – vorbei an der vom Heimatverein gestalteten Blumeninsel – fuhr durch das Brinkhaus-Gelände und kam dann auf den prall gefüllten Marktplatz, wo sie von den Warendorfern begeistert und phantasievoll empfangen und bespaßt wurde. Die Jury hätte gern der Stadt Warendorf den Zuschlag für die LGS gegeben, doch Bürgermeister Walter wollte die Liegenschaft Brinkhaus nicht kaufen – damit war das Projekt LGS 2017 für Warendorf gestorben.

Aber der Kampf um eine naturnahe, altstadtverträgliche Umgestaltung der Emsinsel ging weiter. Wie allseits bekannt liegt die Industriebrache direkt neben der Altstadt wie ein Pfropf im Grüngürtel um die Stadt. Naheliegend wäre es jetzt, der Natur diese Emsaue zurück zu geben und sie attraktiv als Erholungsgebiet zu gestalten – welch eine Verbesserung der Lebensqualität in unserer schönen Stadt. Klaus Ring gestaltete dazu ein anschauliches Bild, das uns zeigt, wie eine Renaturierung mit Erhalt des historischen Bürogebäudes und einiger alter Sheddach-Hallen aussehen könnte. Mit einbezogen hat er schon die „Neue Ems“, die hier über die Industriebrache geleitet wurde - Sie alle kennen das Thema zur Genüge. Karl Heinz Elling hatte sehr kluge Pläne ausgearbeitet, wie die geplante Emsumleitung über das Firmengelände geführt werden könnte und so zur Finanzierung der Industriebrache hätte beitragen können, denn der Grunderwerb und alle Baukosten wären von der Bezirksregierung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie mit 80% gefördert worden. Das hätte die Stadt dann finanziell sehr entlastet.

Zur Unterstützung dieser Pläne hatte sich der „Arbeitskreis Emsinsel“ gegründet. Viele engagierten Bürger befassten sich intensiv mit dem Thema und diskutierten auf Veranstaltungen, bei Begehungen vor Ort und in vielen Workshops, wie die Umgestaltung der Emsinsel die Attraktivität der Stadt steigern könnte.

Aber Verwaltung und Politik hatten andere Ziele, die Emsinsel sollte Hochwasserschutz bekommen, um als Baugrund vermarktet zu werden.

Darum wurde die „Neue Ems“ durch den Emspark geleitet – und der Traum von einer „Emsinsel für Alle“ war ausgeträumt. Ich bin gespannt, wie die Geschichte zu Ende gehen wird. Eins allerdings ist sicher, wenn diese „Neue Ems“ verwirklicht wird, werden die Folgekosten noch Generationen belasten.

Auch die drei Mahnwachen des Heimatvereins vor dem Rathaus konnten kein Umdenken in der Politik bewirken. Und jetzt werden Sie sehr berechtigt fragen: Hat sich das Engagement für die Emsinsel denn überhaupt gelohnt? Die Erfolge bei der Emsumlegung sind sehr überschaulich und bei der Industriebrache Brinkhaus haben wir wenigsten erreicht, dass die Garagenhäuser und das typische Pförtnerhäuschen erhalten bleiben sollen und hoffentlich auch das gesamte Bürogebäude und einige historische Sheddach-Hallen – sie sind die letzten Spuren der untergegangenen Textilindustrie. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die Stadt die Emsaue durch Investoren zubauen lassen wird. So hat man ja auch im Ahrtal gehandelt und beim letzten Jahrhunderthochwasser waren dann die schönen Neubaugebiete als Jahrhundertkatastrophe in den Nachrichten. Wir beschädigen gerade den klugen Hochwasserschutz, der in den 1970er Jahren eingerichtet wurde.


Demonstration und Infoveranstaltung des Heimatvereins Warendorf für den Erhalt des Bürgerhofs


Der Bürgerhof im Schützenpark und das Gelände heute mit Supermarkt

 Ja, und noch einen schmerzlichen Verlust für Warendorf konnten wir nicht verhindern: Der Bürgerhof, das historische Gesicht am westlichen Stadteingang, wurde abgerissen und durch einen beliebigen Supermarkt ersetzt – ja, so kann auch der Stadteingang von Wanne Eikel aussehen - sehr schade! Mit vielen Bürgern zusammen hat der Heimatverein für den Erhalt des historischen Bürgerschützenhofs gekämpft – die Geldgier des Investors aber hat gesiegt.


Der historische Marktplatz Warendorfs im Zentrum der Altstadt

Und noch ein Problemfeld fiel uns vor die Füße: Unser historischer Marktplatz sollte mit Betonsteinen gepflastert werden. Diesen Kampf um ein altstadtgerechte Pflaster auf dem Marktplatz haben wir Gott Dank gewonnen – 5 Jahre hat es gedauert, ehe sich die politisch Verantwortlichen dazu entschließen konnten, den Marktplatz wieder nach altem Vorbild mit Natursteinen zu gestalten, damit seine ganze Schönheit zur Geltung kommt. Er ist die gute Stube unserer Stadt und ein beliebter Aufenthaltsort der Bürger und der Touristen.


2. 9. 2012: Die erste Geschichtswerkstatt im Tapetensaal: das nahtlose Hemd des Johann Peter Stoffels von Röhrs

Parallel zu all den Problemfelder hat sich der Heimatverein schon ab 2012 dem Thema „Warendorf, ein bedeutendes Textilzentrum“ zugewandt. Ja, Warendorf und Freckenhorst waren schon vor Jahrhunderten der Inbegriff für feinstes Linnen und die Region entwickelte sich später zum internationalen Zentrum für Inlett und Velours. Die Wichtigkeit dieser Entwicklung für unsere Stadt ist heute vielfach vergessen - das wurde bei den Brinkhaus-Diskussionen immer wieder deutlich. Darum begannen wir 2012 mit einer Textilwerkstatt im Haus Klosterstraße 7, dem Stammhaus der Firma Brinkhaus. Bei den monatlichen Treffen konnten wir viel Textilgeschichte aufarbeiten und die alten Textiler plauderten aus dem Nähkästchen der heimischen Firmen und brachten Schätze aus ihrem Fundus mit, so wie hier das nahtlose Hemd des Johann Peter Stoffels aus Freckenhorst.


Vorträge und Diskussionen zur Textilgeschichte Warendorfs


Das gab uns den Mut, eine große Textilausstellung zu planen. Das Ausstellungsteam machte sich an die Arbeit und am 6. November 2016 konnte im histori schen Rathaus am Marktplatz die Ausstellung „Kette und Schuss“ eröffnet werden.

Der letzte Handweber von WAF, gemalt von Elly Grützner (Leihgabe von Manfred Kampelmann)

Der Leinenschrank - einst Stolz jeder Hausfrau
Das nahtlose Hemd des Johann Peter Stoffels


Im Bürgermeisterzimmer empfing den Besucher das Portrait des letzten Warendorfer Handwebers, gemalt von Elli Grützner, gefolgt von der Erinnerung an die Handweberei mit dem alten Leinenschrank und dem nahtlosen Hemd des Johann Peter Stoffels. Die Blütezeit der Inlett-Weberei wurde am Beispiel der Firmen Brinkhaus und der Firma Zurwieden dargestellt – ja, Warendorf und Freckenhorst war das bedeutendste Inlett-Zentrum Europas.


Firma H. J. Brinkhaus

 

Für die lange Tradition der Plüschweber in Freckenhorst konnten wir die vielseitigen Produkte der weltweit bekannten Veloursweberei Theodor Kreimer und zeigen der Mohairs-Weberei Hermann Breede.

Die europaweit bekannte Kammgarnspinnerei Gebrasa aus Sassenberg wurde im nächsten Raum mit ihrer großen Produktpalette vorgestellt.  

Wichtige Arbeitsplätze gab es auch in den Nähereien, wie in der Schürzenfabrik Dieckhoff und in der Näherei Schnepfe, die elegante Damenbekleidung mit Pelzen im Hochpreissegment herstellte und in der Näherei Bruns und Debray, die noch heute für Berufsbekleidung einen guten Namen hat.

 

Die Ausstellung „Kette und Schuss“ mit den vielen Erinnerungen an die Textilfirmen, die viele Jahre lang zum Wohlstand in unserer Region beitrugen, stieß auf großes Interesse und brachte uns einen überwältigenden Besucherzu-strom, nicht zuletzt, weil wir jeden Sonntagnachmittag Work-shops zu den verschiedenen Firmen anboten.

 

Wir haben uns aber nicht nur mit Warendorfer Themen befasst. Gelegentlich blickten wir auch über den Tellerrand unseres Städtchens hinaus, sind z.B. mit dem Fahrrad von Bildstock zu Bildstock gefahren und haben uns von Dechant Suwelack all diese Zeugnisse der Volksfrömmigkeit vergangener Tage erklären lassen.

Madonna von Schwienherr in Velsen und das Kreuz in Milte

 

Gern sind wir auch zu unseren Nachbarn „auf Besuch“ gefahren, wie hier nach Freckenhorst, wo Oberstudiendirektor Gruhn uns die Kostbarkeiten in der Schatzkammer und im Depot zeigte oder unser Ziel war Sassenberg, oder Füchtorf oder auch Beckum und Clarholz oder Rietberg und viele andere schöne Orte der Umgebung.


Besuch in Freckenhorst, Rietberg und bei Firma Tippkötter in Velsen

Spannend waren auch immer die Betriebsbesichtigungen, wie z.B. bei der Firma Miele in Warendorf oder bei der Fa. Tippkötter in Velsen oder Firma Scheffer in Sassenberg.

Einmal im Jahr organisierten Norbert Funken und Wolfgang Reisner die beliebten Studienreisen in touristisch noch unbekannte historische Städte, z.B. in die Mark Brandenburg, an den Niederrhein, in die Eifel und nach Bonn mit Besuch des Kanzlerbungalows oder ins Weserbergland.

Ein anderer Teil unseres Engagements ist das Dezentrale Stadtmuseum. Viele Heimatvereinsmitglieder und Altstadtfreunde stellen sich für die Aufsicht in den Museen an den Sonntagnachmittagen zur Verfügung. Ohne ihre ehrenamtliche Hilfe wäre das Betreiben der Museen nicht möglich. Das Gadem ist ja im Eigentum der Altstadtfreunde und des Heimatvereins und wird mit Hilfe Ihrer Mitgliedbeiträge finanziert. Darum ist das ehrenamtliche Engagement bei der Pflege von Haus und Garten und bei den Aktionen wie das Struwen backen zu Karfreitag und das Waffelessen im Advent oder bei den Führungen für Kinder und insbesondere bei der Aufsicht an den Sonntagen unverzichtbar – allen Helfern sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt.

 

Im Torschreiberhaus fanden viele Jahre lang kleine, aber feine Ausstellungen statt - zu Weihnachten, zu Ostern und zu Mariä Himmelfahrt lockten sie zahlreiche Besucher an und weckten liebevolle Erinnerungen an die eigene Jugend  und machten uns sogar durch Fernsehberichte überregional bekannt. 

Gern haben wir das wunderschöne Ambiente im Tapetensaal des Hauses Klosterstraße 7 genutzt für Vorträge, Konzerte oder das Offene Singen im Frühling, im Herbst oder zu Weihnachten unter der fachkundigen Leitung von Heinz Hellmann.

Volle Säle bescherte uns immer wieder die Vorführung des alten Heimatvereinsfilms „Als Warendorf sich wieder machte“, lebendig gemacht durch die spannenden Erinnerungen aus den 1950er Jahren unseres unvergessenen Heimatfreundes Kurt Heinermann.

Geschichte lebendig halten – das war ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Auf reges Interesse stießen unsere vielen Stadtrundgänge, mal zur Textilen Vergangenheit, mal zu literarischen Besonderheiten, mal zu spannender Architektur und zu Straßennamen oder zu den Denkmälern in unserer Stadt. Ganz besonders beliebt waren die Gartenrundgänge „Grün ist die Altstadt“, bei der wir kleine und große Altstadtgärten erkundeten – mit bis zu 170 Teilnehmern.

Große Resonanz fanden auch die jährlichen Rundgänge über unseren Friedhof, bei denen wir an den Gräbern von bedeutenden Persönlichkeiten an ihr Wirken für die gute Weiterentwicklung der Stadt Warendorf, für Kultur, Schule und Vereine erinnert haben.

   

 

 

 

Von zahlreichen Vortragsveranstaltungen müsste ich jetzt noch berichten, z.B. von Dr. Ekkehard Gühnes Vorträgen zur Jüdischen Geschichte in Warendorf und von seinen wunderschönen Kammerkonzerten im Tapetensaal oder von Norbert Funkens Literarischen Abenden und den Erinnerungen an den Warendorfer Nachkriegsschriftsteller Paul Schallück, hier zu seinem 90. Geburtstag im Tapeten-saal. Zum 100. Geburtstag im Juni 2022 fanden sich zahlreiche Schallück-Freunde zu einem ganz besonders stimmungsvollen Gedenknachmittag in dem kleinen Park am Emskolk neben seinem Geburtshaus ein.  

 


Hier in der Galerie Friederichs konnten wir am 5. Mai 2024 an Clara Schmidt und die mutigen Frauen der Frauenliste erinnern, die sich vor genau 100 Jahren hier in Warendorf vier Sitze im Stadtparlament erkämpften und so zu Pionierinnen für Frauen in der Politik wurden.

Auf einige Stadtverschönerungsprojekte des Heimatvereins möchte ich noch hinweisen, z.B. auf die Bänke am Münstertor, die mit Hilfe von Sponsoren beim Steinmetz Budde entstanden und vom Heimatverein der Stadt übergeben wurden oder an das Erinnerungsschild am Haus des Heimatvereinsgründers Wilhelm Zuhorn an der Brünebrede oder die Erinnerungstafel an den engagierten Heimatfreund Wilhelm Veltman an seinem Haus am Marktplatz.

 

Es ist ein besonderer Festtag, wenn der Heimatverein verdiente Bürger mit der Wilhelm-Zuhorn-Plakette ehren kann.

Am 25. November 2018 wurden in einem Festakt im historischen Rathaus zwei Warendorfer Persönlichkeiten, die sich Verdienste um die Heimat- und Kulturpflege in unserer Stadt erworben haben, mit der Wilhelm-Zuhorn-Plakette ausgezeichnet. Der Bildhauer Wolfgang Budde stiftete eine Vielzahl von Steinskulpturen, die dem Warendorfer Stadtbild einen besonderen Reiz verleihen und unsere vielseitige Geschichte lebendig machen.

Pfarrer Walter Suwelack rückte durch seinen Einsatz für die Historischen Bildstöcke und Wegkreuze diese Zeugnisse der Volksfrömmigkeit wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Der Heimatverein dankte den Preisträgern mit der Verleihung der Wilhelm-Zuhorn-Plakette für ihr vorbildliches bürgerschaftliches Engagement.

 


Verleihung des Ehrenamtspreises und des Heimatpreises des Landes NRW

 

Gelegentlich wurde auch die Arbeit des Heimatvereins öffentlich anerkannt. Zusammen mit den Altstadtfreunden bekamen wir 2011 den Ehrenamtspreis des Landes NRW für das Konzept des „Dezentralen Stadtmuseums“, überreicht im ganz großen Rahmen durch die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Kulturministerin Ute Schäfer in der Bundeskunsthalle in Bonn. Als wir 2024 den „Heimatpreis des Landes NRW“ zuerkannt bekamen, ging es schon bescheidener zu – die Überreichung durch die stellv. Bürgermeisterin Doris Kaiser fand am Karfreitag im Gadem beim traditionellen Struwen-Essen des Heimatvereins statt. 

Ja, es gäbe noch viele Veranstaltungen und Ereignisse, über die ich berichten müsste, aber ich will Ihre Geduld nicht über Gebühr strapazieren. Erwähnen möchte ich nur noch den jährlich zu Weihnachten erscheinenden „Kiepenkerl“ und die „Warendorfer Schriften“ – Sie alle kennen diese Jahresgabe des Heimatvereins. Sie ist eine wahre Fundgrube für Geschichte und Geschichten und wird nicht nur von unseren Mitgliedern gern gelesen, sondern ist auch sehr begehrt in den Bibliotheken der Universitäten, der Schulen und vieler Institutionen.

Ganz besonders erfolgreich ist unsere Internetseite, die in der ganzen Welt von durchschnittlich 2.000 Usern am Tag gelesen wird, d.h. unsere Homepage hat im Monat ca. 60.000 Besucher von nah und fern – und das, wo wir hier geschichtliche und volkskundliche Beiträge anbieten und nicht Promis, die stolz ihre Tattoos zeigen.  Und wie Sie auf dem Screenshot sehen, sind hier auch immer die neuesten Vereinsnachrichten zu finden.

 

 

Eine schon Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte ist unser „Plattdütsker Kring“ unter der bewährten Leitung von Franz Schulze Nahrup. Ja, lieber Franz, Euch ist es zu verdanken, dass unser westfälisches Platt lebendig gehalten wird und vielen Liebhabern mit seiner Urwüchsigkeit und seinem Witz immer wieder amüsante Stunden bereitet. Davon wird uns der Baas des Plattdütsken Krinks jetzt wieder eine Kostprobe geben.

 

Das war der Ritt durch 15 Jahre Heimatvereinsarbeit – allerdings im Gallopp und in großen Sprüngen, bei dem viele erwähnenswerte Ereignisse aus Zeitgründen übersprungen werden mussten.

Ein herzliches Dankeschön auch an alle Heimatfreunde, die durch ihre Hilfe das Dezentrale Stadtmuseum möglich machen und an alle, die sich spontan bei Aktionen eingebrachten und die uns immer wieder unterstützten durch ihre Teilnahme an Stadtrundgängen, Ausflügen und Friedhofsbegehungen, Vorträgen, Ausstellungen, Diskussionsrunden und vielem mehr.

Ich hoffe, es war auch für Sie eine bereichernde Zeit!

Herzlichen Dank und Gott schütze Sie und den Heimatverein!

 Mechtild Wolff

Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am 20.3.2025 in der Galerie Friederichs Warendorf an der Oststraße

 

 

 

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